Spülbohrverfahren2026-07-26T01:05:12+02:00

Spülbohrverfahren

Horizontalspülbohrverfahren (HDD)

Das Horizontalspülbohrverfahren (Horizontal Directional Drilling, HDD) ist eine steuerbare grabenlose Bauweise zur unterirdischen Verlegung von Rohrleitungen und Schutzrohren. Die Trasse entsteht in der Regel in drei Arbeitsphasen: Pilotbohrung, Aufweitung des Bohrkanals und Einzug des vorbereiteten Rohrstrangs. Eine durchgehende Öffnung der Oberfläche entlang der gesamten Trasse ist dabei nicht erforderlich.

Ob HDD eingesetzt werden kann, richtet sich unter anderem nach Baugrund und Grundwasserverhältnissen, Bohrlänge und -geometrie, vorhandenen Leitungen, erforderlichem Bohrlochdurchmesser sowie den zulässigen Zugkräften und Biegeradien des einzuziehenden Rohrsystems. Planung, Ausführung, Spülungsmanagement und Dokumentation müssen deshalb auf das konkrete Bauvorhaben abgestimmt werden.

Wie funktioniert das Horizontalspülbohrverfahren?2026-07-25T01:03:50+02:00

Zunächst wird eine steuerbare Pilotbohrung entlang der geplanten Bohrachse hergestellt und geortet. Anschließend wird der Bohrkanal in einem oder mehreren Arbeitsgängen auf den erforderlichen Durchmesser aufgeweitet. Im letzten Schritt wird der vorbereitete Rohrstrang mit einem geeigneten Einziehkopf und Drehwirbel in den Bohrkanal eingezogen.

Die Bohrspülung unterstützt abhängig von Baugrund und Verfahren den Abtrag, den Transport des Bohrkleins, die Stützung des Bohrkanals und die Schmierung. Zugkräfte, Biegeradien und Verlauf werden während der Arbeiten kontrolliert und dokumentiert.

Welche Vorteile und Grenzen hat das Spülbohrverfahren?2026-07-25T01:06:06+02:00

HDD vermeidet einen durchgehenden offenen Graben und eignet sich deshalb besonders für Querungen von Straßen, Gewässern oder anderen Hindernissen sowie für Trassen mit empfindlichen Oberflächen.

Grenzen ergeben sich unter anderem aus Baugrund, Grundwasser, Fremdleitungen, zulässiger Bohrgeometrie, verfügbarem Arbeitsraum und dem Umgang mit Bohrspülung und Bohrklein. Das Verfahren ist nicht automatisch kostengünstiger oder umweltverträglicher; diese Bewertung ist projektspezifisch.

Wo kommt das Horizontalspülbohrverfahren zum Einsatz?2026-07-25T06:40:22+02:00

Das Horizontalspülbohrverfahren wird eingesetzt, wenn Rohrleitungen oder Schutzrohre ohne durchgehenden offenen Graben verlegt werden sollen. Typische Aufgaben sind Querungen von Straßen, Gewässern, Bahn- oder anderen Verkehrsflächen sowie Trassen mit empfindlichen Oberflächen.

Je nach Projekt können Druckrohrleitungen oder Schutzrohre für Energie- und Telekommunikationsnetze eingezogen werden. Die Eignung ergibt sich aus Baugrund, Bohrgeometrie, vorhandener Infrastruktur und den zulässigen Zugkräften und Biegeradien des vorgesehenen Rohrsystems.

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